Von lebenden Steinen zur Riffkeramik

Vom Lebendgestein zur Riffkeramik- ein Erfahrungsbericht

Im Winter 2017 kaufte ich mir mein erstes Meerwasseraquarium. Es war ein gebrauchtes Fluval mit 90 Litern Fassungsvermögen. Es wurde mit Lebendgestein und Sand gestartet und sehr zügig mit einfachen Korallen und Wirbellosen besetzt. So richtig rund lief es nicht, die Korallen wuchsen sehr langsam oder teilweise gar nicht. Ich schob es zur damaligen Zeit an meiner mangelnden Erfahrung und an die qualitativ eher schlechte Lampe.
Am 05.02.2018 ließ ich die erste Analyse über ATI anfertigen. Dabei zeigten sich deutlich erhöhte Zink Werte. Zink lag bei 34,48 ug/l (Normalwert 1,92 ug/l), auch Kupfer war leicht erhöht. ATI gab als mögliche Ursache Korrosion an der Technik oder an den Magneten der Pumpen an. Ich begann alles akribisch zu durchsuchen, zerlegte die komplette Technik in Einzelteile und wurde nicht fündig.

Da keine Ursache auszumachen war begann ich, pro Woche 50% des Wassers zu wechseln. Bei 90l Gesamtvolumen ist das noch praktikabel. Ich war sicher, die Ursache damit beseitigt zu haben. Am 07.03.2018 ließ ich erneut eine Analyse machen, Zink lag bei 27,2 ug/l. In Anbetracht der Wasserwechsel war dieses Wert noch immer beachtlich und nicht zu erklären. Sämtliche Fehlerquellen wie Leitungswasser, Handcremes, Futter und Zusatzmittel wurden nach und nach ausgeschlossen.

Nachdem ich keine Nerven mehr für das Problem hatte kaufte ich mir im Mai 2018 ein komplett neues Becken, einen Reeder 350 inklusive komplett neuer Technik. In das neue Becken wurden lediglich die Tiere sowie das Lebendgestein übernommen, in der Annahme dass das Problem dadurch erledigt sei. Das Lebendgestein wurde im neuen Becken teilweise anders arrangiert und somit stark bewegt.

Am 19.06.2018 wurde die erste Analyse vom neuen Becken gemacht. Zink lag bei 60,22 ug/l und Kupfer bei 8,16 ug/l, die Werte hatten sich also vervielfacht. Als Problemquelle blieb nun nur noch das Lebendgestein, denn sonst wurde nichts übernommen. Der Zinkwert war langsam mehr als kritisch, sodass ich mich entschied das Gestein zu tauschen. Nachdem ich das komplette Lebendgestein entfernt und durch Riffkeramik ersetzt hatte sowie etwa 30% des Wassers gewechselt habe ließ ich am 10.09.2018 eine erneute Analyse machen. Der Zinkwert lag bei 21,68ug/l. Der Wert war immer noch sehr hoch, ich saugte als Reaktion darauf den kompletten Bodengrund ab. Von dem Zeitpunkt an sank der Zink und Kupferwert kontinuierlich, bis er sich auf einem normalen Niveau eingependelt hatte.

Es ist also eindeutig davon auszugehen, dass das Lebendgestein Zink- und Kupfereinschlüsse hatte und diese Stoffe langsam an das Aquariumwasser abgegeben hat. Durch den Umbau wurde viel auf einmal frei, was zu dem drastischen Anstieg führte. Es ist davon auszugehen, dass sich das Zink im Sand abgelagert hatte und den Wert so über längere Zeit hoch hielt.

Nach dem Umstieg auf die Riffkeramik hatte das Aquarium keine Probleme mehr. Ich hatte nie wieder mit Glasrosen, ungebetenen Würmern oder sonstiges zu kämpfen. Durch den luftigen Aufbau ist das Becken weit besser durchströmt als davor und der durchdachte Aufbau bietet viele gute Stellplätze für Korallen.

Da es durch Importstopps immer schwieriger wird an qualitativ hochwertiges Lebendgestein zu kommen und es mittlerweile sehr gute Bakterienpräparate gibt, würde ich immer dazu raten mit Keramik zu starten. Im Endeffekt spart man dadurch Zeit, Geld und vor allem Nerven. Auch der ökologische Gedanke sei nicht zu verachten, es ist kaum zeitgemäß Steine mittels Sprengungen aus Riffen zu befördern um sie anschließend mit dem Flugzeug um die ganze Welt zu schicken.

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