Umziehen mit einem Meerwasseraquarium

Umzug des kompletten Beckens- ein Erfahrungsbericht

Je nachdem welche Ausgangssituation vorliegt bieten sich verschiedene Verfahren an.

Ich habe Mitte 2018 mein Becken vergrößert und an einen anderen Standort in der Wohnung verlegt, sodass das neue Becken volllaufen konnte während das alte noch stand. Das ist mit Sicherheit die bequemste Variante.

Innerhalb von einem Tag war der Inhalt des alten Beckens umgezogen. Im ersten Schritt wird das neue Becken vollständig mit Osmosewasser gefüllt und auf 25 Grad erwärmt.

Wird Riffkeramik verwendet, kann diese gerne bereits jetzt eingebracht werden. Hier empfiehlt es sich, einige Tage mit Silikat Adsorbern zu arbeiten. So kann man die Keramik größtenteils silikatfrei bekommen, bevor man den Besatz ins Becken bringt. Silikat Adsorber funktionieren im Osmosewasser tendenziell noch besser. Nicht wundern, durch die Absorber entstehen erhöhte Aluminiumwerte, die allerdings unbedenklich sind. Alternativ kann man aber auch direkt auf salzen, man benötigt nur etwas länger Absorber. Achtung: Immer erst das Gestein oder die Keramik einbringen und dann den Sand! Andernfalls können grabende Tiere den ganzen Aufbau zum Einsturz bringen. Es empfiehlt sich den Sand auszuwaschen um Trübung zu vermeiden.

Beim Auf salzen muss beachtet werden, dass sich das Salz wirklich zu 100% löst. Das beste Ergebnis erzielt man, wenn bereits alle Pumpen abgesehen vom Abschäumer laufen. Das ist auch ein guter Zeitpunkt um ein sinnvolles Strömungsbild zu kreieren.

Hat das Wasser die richtige Temperatur und Dichte kann der Besatz umgezogen werden. Ich habe in einem Schwung sämtliche Tiere von alten ins neue Becken gegeben. Es sollte unbedingt beachtet werden, dass es absolut kontraproduktiv ist alten Sand oder altes Wasser mit umzuziehen. Bakterien halten sich überwiegend auf dem Gestein auf, mit Sand und Wasser holt man sich höchstens Phosphat und Nitrat Schleudern mit ins neue Becken. Wer aufgrund von Plagen oder sonstiges kein Gestein mitnehmen möchte kann mit geeigneten Bakterienpräparaten arbeiten.

Sobald man den Abschäumer einschaltet wird dieser überkochen. Ich entleere ihn dann regelmäßig, innerhalb weniger Tage wird er sich einpendeln und normal abschäumen.

Es gibt Tiere, vor allem Wirbellose wie Muscheln, SPS oder auch einige Fahnenbarsche und Doktoren für die ein Umzug lebensgefährlich sein kann. Hier ist es mit Sicherheit besser, einige Tage abzuwarten. Das ist aber leider nicht immer möglich. Beachtet werden sollte auch, dass Nahrungsspezialisten wie Seesterne, Leierfische oder Aufwuchsfresser in einem frischen Becken nicht ausreichend Nahrung finden werden. Diese Tiere sollten also unbedingt Frostfutterfest sein oder in der Zwischenzeit in einem anderen Becken untergebracht werden, damit sie nicht verhungern.

Als ich mein Becken auf diese Weise umgezogen habe hatte ich nur einen einzigen Verlust zu verzeichnen. Ein Blenny ist leider aus dem Becken gesprungen und wurde vom Hund gegessen. Es empfiehlt sich deshalb gerade nach größeren Umbauaktionen das Becken gut abzudecken.

Wenn man nicht in der angenehmen Situation ist beide Becken nebeneinander stellen zu können muss man mit anderen Gefäßen arbeiten. Bei Ikea gibt es große Boxen aus Plastik inklusive Deckel zu einem kleinen Preis. Mit einem Heizstab und einer Strömungspumpe versehen stellen diese eine geeignete Unterbringung für bis zu einige Tage dar. Allerdings sollten hier die Wasserwerte regelmäßig kontrolliert werden, bei Korallen muss auch auf die Beleuchtung geachtet werden.

Zum Transport im Fahrzeug bietet es sich gerade bei SPS an diese kopfüber zu transportieren, um Brüche zu vermeiden. Dabei wird das Tier mit dem Fuß an einer Platte aus Styropor befestigt und schwimmt so im Wasser, ohne umfallen zu können. Die zuvor erwähnten Ikea Boxen dichten nicht vollständig ab, zum Autofahren eigenen sich Eimer mit Deckel besser. Aber Vorsicht, das Wasser sollte nicht zu stark auskühlen, das wäre der schnelle Tod für alle SPS.

Abschließend möchte ich sagen, dass sich die Meerwasseraquaristik in den letzten Jahren so gut entwickelt hat dass man wenig Angst vor Umzügen haben muss. Die Salze sind so gut geworden, dass sie quasi sofort einsatzbereit sind und dank Bakterienpräparaten kann man auf eine Einlaufphase getrost verzichten. Es zeichnet sich sogar ab, dass die Becken schneller schön und stabil laufen ohne Algenphasen durchzumachen, wenn man sie direkt voll besetzt. Das geht relativ risikofrei mit Weichkorallen und benötigt etwas mehr Fingerspitzengefühl bei SPS und LPS.

Kundenbericht ©Home-Coral

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